Tourenplanung mit Google Maps: was geht und was nicht
Von Manuel Ober · · Lesezeit etwa 3 Minuten
Was Google Maps im Außendienst wirklich kann
Mehr als sein Ruf, wenn man drei Funktionen kennt, die die meisten nie öffnen.
Mehrere Ziele in einer Route. In der Routenplanung lassen sich über das Dreipunkt-Menü weitere Stopps hinzufügen, bis zu zehn insgesamt. Die Reihenfolge lässt sich per Ziehen ändern, und am Schreibtisch ordnet Google sie auf Wunsch selbst.
Eigene Karten (Google My Maps). Unter mymaps.google.com lässt sich eine Excel- oder CSV-Liste hochladen, und jede Adresse landet als Punkt auf der Karte. Die Punkte lassen sich nach einer Spalte einfärben, zum Beispiel nach Kundenklasse. Das ist der schnellste Weg, ein Gebiet zum ersten Mal wirklich zu sehen. Wie die Liste dafür aussehen muss, steht im Ratgeber Kundenliste aus Excel auf die Karte bringen.
Listen und Offline-Karten. Kunden lassen sich in benannte Listen speichern, und das Gebiet lässt sich für die Fahrt herunterladen — nützlich in Gegenden, in denen das Netz wegbricht.
Wo es aufhört
Die Grenzen sind keine Bugs, sondern eine andere Aufgabe. Google Maps ist ein Navigationsprogramm, kein Planungsprogramm.
Es weiß nicht, wer dran ist. Die zentrale Frage im Außendienst ist nicht „wie komme ich am schnellsten zu diesen sechs Kunden", sondern „welche sechs sollten es sein". Fälligkeit, Besuchsrhythmus und letzter Kontakt kommen darin nicht vor.
Es rechnet nur die Fahrt, nicht den Tag. Die Zeit beim Kunden fehlt, die Mittagspause fehlt, das Suchen des Parkplatzes fehlt. Sechs Fahrten à sieben Minuten Abweichung sind am Abend vierzig Minuten. Warum das passiert, steht im Ratgeber Fahrzeiten im Außendienst.
Es kennt keine Öffnungszeiten deiner Kunden. Für ein Restaurant zeigt Google Öffnungszeiten an, für die Ordination deines Kunden mit dem freien Mittwochnachmittag nicht verlässlich. Wer das nicht selbst pflegt, fährt hin und wieder weg.
Zehn Stopps sind die Obergrenze. Für einen Außendiensttag reicht das meistens. Für eine ganze Woche im Überblick nicht.
Es rechnet nichts neu, wenn jemand absagt. Die Route lässt sich ändern, aber der Rest des Tages ordnet sich nicht von selbst.
Der Punkt, an dem es kippt
Google Maps reicht, solange du drei Dinge im Kopf hast: wen du besuchen willst, wann er kann, und wie lange du bleibst. Bei zwanzig Kunden geht das. Bei dreihundert Kunden mit drei verschiedenen Besuchsrhythmen geht es nicht mehr, und der Kopf wird zum Engpass.
Ein einfacher Test: Wenn du am Sonntagabend länger überlegst, *welche* Kunden in die Woche kommen, als *in welcher Reihenfolge* du sie fährst, ist Google Maps nicht mehr dein Werkzeug für den ersten Teil.
Die brauchbare Kombination
Viele im Außendienst fahren gut mit einer Arbeitsteilung, die nichts kostet:
- Planung in einer Liste oder App: wer fällig ist, was zusammenpasst, wie der Tag ungefähr aussieht.
- Fahrt in Google Maps: die tatsächliche Navigation, mit Verkehr in Echtzeit.
Diese Teilung ist auch der Grund, warum trakki keine eigene Navigation hat. Beim Fahren ist Google Maps besser, als eine kleine App je sein wird. Die Frage davor ist die, die offen bleibt.
So macht es trakki
trakki beantwortet den ersten Teil und übergibt den zweiten. Die Karte zeigt, wer fällig ist, der Tagesplan rechnet mit echten Fahrzeiten, Öffnungszeiten und Aufenthaltsdauer, und wenn jemand absagt, ordnet sich der Rest neu. Für die Fahrt selbst öffnet ein Tippen die Navigation. Ausprobieren kostet nichts, zur Startseite.
Häufige Fragen
Wie viele Ziele kann Google Maps auf einmal planen?
Zehn, inklusive Start und Ziel. Über die Funktion für mehrere Stopps in der Routenplanung; am Schreibtisch lässt sich die Reihenfolge zusätzlich automatisch optimieren.
Kann ich meine Excel-Kundenliste in Google Maps laden?
Ja, über Google My Maps. Die Liste braucht eine saubere Adressspalte, dann wird jede Zeile zu einem Punkt. Für eine dauerhafte Planung ist das trotzdem nur eine Ansicht: My Maps rechnet keine Fälligkeit und keine Tagesdauer.
Ist Google Maps für den Außendienst kostenlos?
Für die normale Nutzung ja, auch für My Maps. Kosten entstehen erst, wenn ein Unternehmen die Google-Schnittstellen in eigene Software einbaut — das betrifft Entwickler, nicht den Außendienstler im Auto.